Mal ehrlich, wer in Paris lebt oder die Stadt besucht, kennt das Gefühl : nach drei Tagen Métro, Touristenmassen und Hupkonzerten will man einfach nur noch Gras unter den Füßen spüren. Und das Gute ist – man muss gar nicht weit fahren. In zwei Stunden mit dem Auto oder dem Zug ist man mitten im Nirgendwo, im guten Sinne. Ich rede hier nicht von den klassischen Spots wie Versailles oder Fontainebleau, die jeder schon dreimal abgehakt hat. Sondern von echten ländlichen Ecken, wo man morgens vom Hahn geweckt wird und nicht vom Müllwagen.
Was mich immer wieder überrascht : viele Pariser fahren lieber für ein verlängertes Wochenende nach Lissabon oder Marrakesch, statt mal in die eigene Region zu schauen. Dabei gibt’s da Perlen. Die Sarthe zum Beispiel, knapp zwei Stunden westlich, ist so eine Gegend, wo man wirklich runterkommt. Wer Lust auf einen Aufenthalt mit gutem Essen, Ruhe und vielleicht sogar einer kleinen Tagung im Grünen hat, kann sich mal die Adresse https://gite-restaurant-seminaire-72.com anschauen – die Kombination aus Gîte, Restaurant und Seminarort ist ziemlich praktisch, wenn man mit Familie oder Kollegen unterwegs ist. Persönlich finde ich diese Mischung viel entspannter als ein klassisches Hotel.
Die Sarthe und das Loire-Tal : das große Geheimnis der Pariser
Die Sarthe ist so ein Département, das auf der Karte fast unsichtbar wirkt. Le Mans kennt jeder wegen der 24 Stunden, klar. Aber das Drumherum ? Hügel, kleine Flüsse, Steindörfer wie aus dem Bilderbuch. Ich war letztes Jahr in der Gegend um Solesmes – da gibt’s eine Abtei, gregorianische Gesänge inklusive, und drumherum nur Felder. Krass ruhig.
Was kann man dort machen ? Ein paar konkrete Ideen :
Le Mans Altstadt (Cité Plantagenêt) – die mittelalterliche Oberstadt ist echt sehenswert, viele Filme wurden dort gedreht. Eintritt kostet nichts, einfach durchschlendern.
Asnières-sur-Vègre – offiziell als „Petite Cité de Caractère“ klassifiziert. Steht voll mit Häusern aus dem 15. Jahrhundert. Man braucht vielleicht 1,5 Stunden, um alles anzuschauen.
Die Loire-Schlösser-Tour light – von der südlichen Sarthe ist man in 45 Minuten am Loir (ohne e, nicht zu verwechseln mit der Loire). Weniger Touris, genauso schön.
Die Perche : das wilde Hinterland
Die Perche, das ist die Gegend zwischen Normandie und Maine. Etwa zwei Stunden von Paris. Berühmt für die Percheron-Pferde – diese riesigen Arbeitspferde – und für ihre „Manoirs“, kleine befestigte Herrenhäuser, die man als Touristen besichtigen kann. Bellême ist da ein guter Ausgangspunkt. Der Wald drumherum (forêt de Bellême) hat super Wanderwege, im Herbst gehen die Leute dort Pilze sammeln. Kennt ihr das, dieses Gefühl, wenn man morgens raus geht und nur Nebel und Bäume sieht ? Genau das.
Was ich an der Perche mag : es ist nicht überlaufen. Selbst im August findet man Restaurants ohne Reservierung. Versucht das mal in der Provence.
Champagne : weiter als man denkt, aber lohnt sich
Reims ist mit dem TGV in 45 Minuten erreichbar. Aber das eigentlich Schöne liegt drumherum – die kleinen Winzerdörfer wie Hautvillers (wo Dom Pérignon begraben ist) oder Aÿ. Ein Tipp : nicht zu den großen Häusern wie Moët gehen, sondern zu den „Récoltants-Manipulants“, also kleinen unabhängigen Winzern. Eine Verkostung kostet meistens zwischen 10 und 20 Euro und ist deutlich persönlicher. Manche bieten sogar Übernachtungen an, in umgebauten Weinscheunen.
Die Pays d’Auge in der Normandie
Zwei Stunden auf der Autobahn A13, und schon riecht es nach Apfelblüten und Camembert. Die Pays d’Auge ist die Heimat des Calvados und der Fachwerkhäuser. Beuvron-en-Auge ist eines der „Plus Beaux Villages de France“ – klingt kitschig, ist es aber nicht. Im Mai blühen die Apfelbäume, im Oktober macht man Cidre. Wer Käse mag, sollte unbedingt mal die Käsestraße („Route du Fromage“) abfahren : Pont-l’Évêque, Livarot, Camembert. Ja, das Dorf Camembert existiert wirklich. Habt ihr das gewusst ?
Praktische Infos für die Planung
Ein paar Sachen, die ich aus eigener Erfahrung sagen kann :
Auto oder Zug ? Für die Sarthe und die Perche – Auto. Die Anbindung mit dem Zug ist teilweise mühsam, vor allem in die kleinen Dörfer. Für die Champagne reicht der TGV plus ein Mietwagen vor Ort.
Wann fahren ? Mai bis Oktober ist klar die beste Saison. Aber auch im Winter haben diese Regionen ihren Charme – Kamin, Rotwein, lange Spaziergänge im Frost. Nur Achtung : viele kleine Restaurants machen außerhalb der Saison nur am Wochenende auf.
Budget ? Ein gutes Gîte für 4-6 Personen kostet zwischen 600 und 1200 Euro die Woche. Restaurants auf dem Land sind oft günstiger als in Paris – ein Mittagsmenü für 18-25 Euro ist normal.
Wie lange bleiben ? Ein Wochenende reicht, um wirklich abzuschalten. Drei Tage sind ideal. Eine Woche, wenn man tiefer eintauchen will.
Mein ehrliches Fazit
Frankreich hat das Glück, dass man von Paris aus in jede Himmelsrichtung in zwei Stunden in einer komplett anderen Landschaft ist. Das nutzen viele zu wenig. Klar, ein Flug nach Barcelona ist sexier auf Instagram. Aber abends auf einer Terrasse in der Sarthe sitzen, mit einem Glas Jasnières in der Hand und nur Grillen als Hintergrundgeräusch – das hat auch was. Vielleicht sogar mehr.
Also, beim nächsten Wochenende : einfach mal aus dem Périph rauskommen und nach Westen oder Norden fahren. Ihr werdet’s nicht bereuen.




